Schwangerschaft: Beschwerden verstehen und lindern

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Schwangerschaftsbeschwerden wie häufiger Harndrang, Rückenschmerzen oder ein unangenehmes Druckgefühl im Becken – das alles gehört für viele Frauen zum Alltag in der Schwangerschaft. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und vor allem: Was kannst du selbst tun, damit es dir besser geht?

Als Pilatestrainerin erlebe ich regelmäßig, wie groß die Erleichterung ist, wenn Schwangere verstehen, warum ihr Körper gerade so reagiert und wie gezieltes Training und ein bewusster Alltag wirklich etwas verändern können.

In diesem Artikel erkläre ich dir die häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft, ihre Ursachen und was du ganz konkret dagegen tun kannst.

Warum verändert sich der Beckenboden in der Schwangerschaft?

Dein Körper leistet in der Schwangerschaft Erstaunliches: Hormone lockern das Bindegewebe, das wachsende Baby erhöht den Druck im Bauchraum, und die gesamte Statik deines Körpers passt sich Schritt für Schritt an.

All das wirkt sich direkt auf deinen Beckenboden aus. Viele Beschwerden, die typischerweise erst nach der Geburt erwartet werden, können deshalb bereits während der Schwangerschaft auftreten. Das ist häufig, gut erklärbar und in vielen Fällen positiv beeinflussbar. Du bist also nicht allein damit und du musst es auch nicht einfach hinnehmen.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden und was du dagegen tun kannst

1 | Blasenbeschwerden und Harndrang

Häufiger Harndrang ist oft eines der ersten Anzeichen der Schwangerschaft. Das liegt an der gesteigerten Durchblutung der Nieren und der hormonellen Umstellung. Später drückt die wachsende Gebärmutter zusätzlich von oben auf die Blase.

Ein weiteres Thema ist die Belastungsinkontinenz. Wenn beim Lachen, Husten oder Niesen ungewollt Urin verloren geht, liegt das meist an der hormonellen Lockerung des Gewebes und dem hohen Druck.

Was du dagegen tun kannst: Gezieltes Beckenbodentraining verbessert die Kontrolle. Achte zudem auf eine aufrechte Körperhaltung und reduziere Reizstoffe wie Koffein oder kohlensäurehaltige Getränke.

2 | Verstopfung und Darmprobleme

Verstopfung zählt zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Die Hormone entspannen die Darmmuskulatur, wodurch die Verdauung langsamer arbeitet. Das Problem dabei: Starkes Pressen auf der Toilette belastet den Beckenboden massiv und erhöht das Risiko für Hämorrhoiden oder Organsenkungen.

Was du dagegen tun kannst: Viel trinken, eine ballaststoffreiche Ernährung (Leinsamen, Flohsamenschalen) und tägliche Bewegung wie Pilates, Schwimmen oder Spaziergänge regen die Darmtätigkeit an.

3 | Hämorrhoiden

Etwa die Hälfte aller Schwangeren entwickelt im Laufe der Schwangerschaft symptomatische Hämorrhoiden. Sie entstehen durch den erhöhten Druck im Beckenbereich, durch Verstopfung und starkes Pressen und können auch unter der Geburt auftreten oder sich verstärken.

Weicher Stuhl, ausreichendes Trinken, eine angepasste Ernährung und ein bewusster Umgang mit dem Beckenboden sind die wichtigsten Stellschrauben.

Was du dagegen tun kannst: Auch hier hilft dir gezieltes Training, weil es die Durchblutung im Becken fördert und die Muskulatur unterstützt.

4 | Becken-, Symphysen- und Nervenschmerzen

Vielleicht spürst du beim Gehen oder Treppensteigen ein Ziehen im Schambein? Das ist oft die sogenannte Symphysenlockerung. Auch Nervenreizungen, wie zum Beispiel am Ischias, treten durch die veränderte Beckenstellung häufig auf.

Ursache ist häufig die hormonell bedingte Lockerung der Schambeinfuge (Symphyse) sowie eine erhöhte Beweglichkeit der Iliosakralgelenke.

Was du dagegen tun kannst: Stabilisierende Übungen für den Beckenboden und die umliegende Muskulatur sowie Mobilisation können hier wahre Wunder wirken.

5 | Organsenkungen und Druckgefühl

Ein Fremdkörpergefühl oder ein starker Druck nach unten kann auf eine Senkung von Blase, Gebärmutter oder Darm hindeuten. Dies betrifft häufiger Frauen, die bereits Entbindungen hinter sich haben.

Was du dagegen tun kannst: Gezieltes Beckenbodentraining kann die Muskulatur stärken und die Organe besser stützen. In manchen Fällen ist auch die Versorgung mit einem Pessar sinnvoll. Das geschieht aber immer in Absprache mit deiner Gynäkologin.

6 | Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Viele Frauen berichten während der Schwangerschaft über Schmerzen beim Sex und schämen sich, darüber zu sprechen. Dabei ist es wichtig zu wissen: Die Ursache liegt häufig nicht in einer Schwäche des Beckenbodens, sondern im Gegenteil: in einer Verspannung oder Überaktivität der Beckenbodenmuskulatur.

Was du dagegen tun kannst: Bewusste Entspannungsübungen, eine verbesserte Körperwahrnehmung und ein offenes Gespräch mit deiner Frauenärztin sind wichtige erste Schritte. Auch hier kann Pilates eine wertvolle Unterstützung sein, weil es eben nicht nur um Anspannen, sondern genauso um bewusstes Loslassen geht.

Dein Weg zu einer Schwangerschaft ohne Beschwerden

Auch wenn viele dieser Symptome weit verbreitet sind, musst du sie nicht einfach hinnehmen. Ein beckenbodenschonender Alltag ist der Schlüssel. Vermeide schweres Heben und Sportarten mit hoher Stoßbelastung. Integriere stattdessen sanfte, stabilisierende Bewegungen in deinen Tag.

Als Pilatestrainerin sehe ich täglich, wie viel Lebensqualität ein gezieltes Training zurückgeben kann. Pilates ist ideal, um die Tiefenmuskulatur sanft zu stärken und gleichzeitig die nötige Entspannungsfähigkeit des Beckenbodens zu fördern.

Nimm deine Beschwerden ernst und reagiere frühzeitig. Mit der richtigen Mischung aus Kräftigung, Entspannung und einer angepassten Ernährung kannst du deine Schwangerschaft deutlich unbeschwerter genießen.


Wenn du Unterstützung suchst, freue ich mich, dich auf diesem Weg zu begleiten. Komm gerne auf mich zu – für Fragen, ein unverbindliches Erstgespräch, eine Probestunde oder einen Platz in einem meiner Kurse.

Bild von Felicitas Döring

Felicitas Döring

Felicitas ist Pilates- und Rückbildungstrainerin sowie zertifizierte Trainingstherapeutin für Rektusdiastase. Mit Leidenschaft unterstützt sie Frauen dabei, sich stark, sicher und wohl in ihrem Körper zu fühlen.